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Franz Maget hatte es nicht einfach. Er hatte im Poker um die Spitzenposition in Bayern verloren und mußte daher als Spitzenkandidat in die Wahl ziehen. Daran kann man erkennen, dass die Uhren in Bayern anders gehen. Darauf mit Polemik zu antworten und Bayern fehlendes Demokratieverständnis zu unterstellen oder sogar an der Demokratie zu zweifeln ist dreist.
Die Wahl zeigt doch, dass es in Bayern so etwas wie Demokratie gibt. Zumindest ansatzweise! Eine Diktatur erkennt man doch nicht an einer 2/3-Mehrheit, sondern an 99 Prozent Zustimmung. Bayern hat eine echte Partei, die man wählt und viele andere, die man vielleicht irgendwann wird wählen können. Aber wir dürfen die SPD in Bayern wählen und werden nicht verhaftet. Wer in Bayern SPD wählt wird halt nur nicht für voll genommen. Und hat nicht jede Partei mal klein angefangen bevor sie eingegangen ist? In Bayern darf es jeder versuchen. Ist ja eh egal, da man sich über eines einig ist: Die CSU gewinnt!
Die eigentliche Bewunderung gebührt Franz Maget,der angetreten ist, ohne jemals eine Chance gehabt zu haben. Er ist halt ein wirklich netter Kerl, den man einfach mögen muss. Die wenigen Bayern, die ihn kennen, finden das auch und wählen Stoiber. Schließlich ist der Maget zu gut für die harte Politik. In welchem anderen Land kümmern sich die Wähler so viel um das persönliche Wohl der Politiker.
Das färbt ab. Schon vor der Bundestagswahl meinte Franz Maget, dass er hofft, die SPD würde die Wahl verlieren. Nur so könne die bayerische SPD das Tal der Tränen verlassen. Ein schlauer Kopf. Selbst 16 Jahre Kohl reichten nicht für einen Wahlsieg in Bayern. Da Stoiber keinen echten Kronprinzen hat, hätte Maget in die Lücke stossen können.
Übrigens in Balderschwang wird noch immer der einzige SPD-Wähler gesucht. Er soll unter Naturschutz gestellt werden, damit diese aussterbende Gattung gerettet werden kann.
Klaus D. Minhardt 

Letzte Änderung: 02:18 10/05 2004
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